Weit mehr als nur OXI

Das Griechenland-Horoskop*:

horoskop_griechenland
 

Das Frappierendste am Griechenland-Horoskop ist das überdeutlich ausgeprägte Thema der Fremdherrschaft. Aus Sicht der Evolutionären Astrologie finden wir diese im südlichen Mondknoten in den Zwillingen im 12. Haus dargestellt, dessen Herrscher Merkur sich mit Venus und Saturn ebenfalls im 12. Haus im Krebs befindet. Die Heimat, das Land ist eingeschlossen und wird regiert von fremden Mächten. Ein Blick in Wikipedia reicht aus, um die Dimension dieser durch die Jahrtausende andauernde Geschichte zu erkennen. Perser, Römer und Osmanen eroberten und besetzten Teile des heutigen Griechenland, zeitweise sogar das ganze Land, bis in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts.
Während des 2. Weltkrieges besetzten die Deutschen und Italiener erneut weite Teile sowohl auf dem Festland als auch auf Kreta. Richtig frei wurden die Griechen erst 1974 nach dem Zerfall der Militärdiktatur.

Die Ohnmacht des Landes als Grundsatzthema zeigt sich in der Pluto-Mond-Konjunktion in Waage im 4. Haus. Wenn nun in der dritten Juli-Woche der Nordknoten auf Pluto und Mond trifft, wird das alte Drama von Abhängigkeit und Zerrissenheit in lösungsorientierter Weise aktuell auf den Punkt gebracht. Das heißt, Griechenland befindet sich seit der Krise 2008 schon wieder unter Fremdherrschaft, diesmal ist es eine monetäre Fremdherrschaft.

Mit dem laufenden Mars auf dem Aszendenten und Pluto gegenüber an der Spitze des 7. Hauses werden in der genannten Woche Ereignisse stattfinden, die die Zukunft sehr konsequenzenreich bestimmen können. Die Frage ist hierbei, befreit sich Griechenland aus seiner Abhängigkeit oder zieht sich die Schlinge endgültig zu?

Hierbei gäbe es überraschenderweise sehr triftige astrologische Argumente, warum es eher zur Befreiung als zu weiterer Abhängigkeit kommen könnte. Die momentanen Kräfte sind so enorm, dass der Beschluss, weiterhin am Tropf der Institutionen zu hängen, aus dieser Sicht einer vollständigen Kapitulation gleichkäme.

So könnte Griechenland der evolutionäre Impuls für ganz Europa sein. Es könnte dafür stehen, dass eine Ära im Denken und Handeln zu Ende geht. Wer nichts mehr hat, kann auch nichts mehr verlieren und die Verteilung der materiellen Güter ist ein gesamteuropäisches Problem. So wird in nächster Zeit Geschichte geschrieben, der Pluto-Steinbock-Prozess fordert auf kollektiver Ebene eine Systemerneuerung und Neptun in den Fischen will gewisse Opfer nicht mehr opfern.

Steinbock ist im Rahmen der menschlichen Entwicklung die Zeit des Alters und Uranus verkörpert die Jugend. So läge in der gegenwärtigen Konstellation auch ein Generationenkonflikt, die Jugend will ihre Rechte und die Macht (Pluto, Steinbock) nicht mehr an die „Alten“ verlieren. Nächstes Jahr wird der laufende Uranus in Opposition zum griechischen Uranus gehen, sollte dann weiterhin die Jugend chancenlos und ohne Perspektiven sein, wird es eine Revolution geben, die aufgrund des Ansteckungspotentials von Uranus ganz Europa betreffen könnte.

 

*Die heutige republikanisch-parlamentarische Demokratie in Griechenland entstand am 24. Juli 1974, als unmittelbar nach dem Zusammenbruch der Militärherrschaft Konstantin Karamanlis als Premierminister vereidigt wurde. Dieses Ereignis fand um 4.00 Uhr in Athen statt.
(Nicholas Campion: „Das Buch der Welthoroskope“)

1 Antwort

  1. Prügelei mit dem Nordknoten? Hier ein aktueller, leider nur sehr kurzer Abriss des Gipfelgeschehens:

    «Mentales Waterboarding» sei dem
    griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras beim Euro-
    Krisengipfel in Brüssel zur Rettung Athens vor der Staatspleite
    widerfahren.

    «Tsipras stand mit dem Rücken zur Wand», sagt ein Diplomat. «Er
    konnte nur akzeptieren oder sein Land in einen Bürgerkrieg stürzen.»

    Tsipras will kein Opfer sein. «Wir haben einen gerechten Kampf
    geführt», lässt er nach 17 dramatischen Verhandlungsstunden mit den
    Staats- und Regierungschefs der anderen 18 Euroländer wissen. Er sagt
    zu dem harten Spar- und Reformpaket: «Nai». Ja. Gerettet. Vorerst.
    Denn jetzt gehen die eigentlichen Verhandlungen erst los.

    In Brüssel bilanziert Merkel mit rotunterlaufenen Augen am Morgen:
    «Die Vorteile überwiegen die Nachteile.» Viele sehen das für
    Griechenland ganz anders. Via Kurzmitteilungsdienst Twitter über
    îThisIsACoup (sinngemäß: «Das ist ein Putsch») wird zum
    Wirtschaftsboykott gegen Deutschland aufgerufen oder ironisch
    bemerkt, dass die Griechen künftig die deutsche Fahne über der
    Akropolis hissen müssten.

    Merkel, die Sirene

    Was ist denn nun die griechische Handschrift in diesem dritten
    Hilfspaket? Merkel antwortet: Der «hohe Finanzmittelbedarf» – damit
    meint sie das Rettungspaket von mehr als 80 Milliarden Euro. Und sie
    verweist auf den Kompromiss, dass aus dem Privatisierungsfonds nicht
    die gesamten geplanten 50 Milliarden Euro zur Schuldenrückzahlung
    verwendet werden, sondern 12,5 Milliarden Euro für Investitionen.

    Hier setzte sich Tsipras durch, es war seine rote Linie, sein «No-
    Go». Deutschland forderte, die gesamten Erlöse zur Schuldentilgung zu
    nutzen. Doch mit einem geschickten Schachzug sicherte Tsipras
    Griechenland Investitionen und damit neue wirtschaftliche
    Perspektiven. «Er hat eine politische Kehrtwende vom strikt linken zu
    einem sozialdemokratischen Politiker vollzogen», sagt ein
    EU-Diplomat. «Jetzt kommen die Investoren nach Griechenland zurück.»

    Dass der Privatisierungsfonds in Luxemburg sitzen sollte, wertete
    Tsipras als Beleidigung. Er setzte durch, dass der Fonds in
    Griechenland seinen Sitz haben soll – ein wichtiges Zeichen für die
    Griechen, einen Rest an Macht darüber zu behalten, wenn sie schon ihr
    Tafelsilber verscherbeln müssen.

    Die erste Backpfeife

    Die katholische Bischofskonferenz Griechenlands hat
    Ministerpräsident Alexis Tsipras und seine Regierung scharf
    kritisiert. Die vergangenen sechs Monate seit dem Wahlsieg der Partei
    Syriza seien «verlorene Zeit» gewesen, sagte ihre Vorsitzender,
    Erzbischof Frangiskos Papamanolis, am Montag dem italienischen
    Pressedienst SIR. «Unsere Regierung hat die Lage nicht verstanden»,
    so der emeritierte Bischof der Inseln Syros und Santorini.

    «Als Griechen müssen wir nun noch mehr lernen: zu arbeiten und zu
    wirtschaften», sagte Papamanolis weiter. Zugleich äußerte er die
    Hoffnung auf einen schnellen Abschluss der Verhandlungen
    Griechenlands mit den Euro-Staaten. Nach der Einigung wünsche er sich
    nun eine schnellstmögliche Unterzeichnung der Vereinbarung. – Von den
    rund 11 Millionen Einwohnern Griechenlands sind nach kirchlichen
    Angaben 140.000 Katholiken.

    Der Vorsitzende der Bischofskonferenz erklärte, Tsipras habe die Wahl
    mit unhaltbaren Versprechen gewonnen. Nun müsse er die grausame
    Wirklichkeit anerkennen.

    Zweite Backpfeife

    Eine Allianz amerikanischer Ökonomen, Franzosen
    und Griechen wirft Bundeskanzlerin Angela Merkel und
    Finanzminister Wolfgang Schäuble vor, das südosteuropäische
    Euro-Land durch zu viele Reformauflagen zu strangulieren.

    Deshalb hagelt es harsche Worten: Der französische
    Wirtschaftsminister Emmanuel Macron benutzte den gerade für
    Deutsche schmerzhaften Vergleich mit dem Versailles-Vertrag nach
    dem Ersten Weltkrieg. “Das dritte Mal in der Geschichte ist eine
    deutsche Regierung dabei, Europa zu zerstören”, sagte der
    französische Linkspolitiker Jean-Luc Melenchon. US-Ökonom Paul
    Krugman löste mit seinem Putsch-Vorwurf bei Twitter sogar unter
    dem Hashtag #ThisIsACoup eine breite Beschimpfungskampagne aus,
    in der wie früher Nazi-Vorwürfe und -Fotomontagen mit Merkel und
    Schäuble auftauchten.”

    (Auszüge aus DPA vom 13.07.)

    Und jetzt kommt meine hinterhältige Frage, wie sich das Gruppenbild mit Tsipras astrologisch aufstellen lässt. Der laufende Mars auf dem Aszendenten und Pluto gegenüber an der Spitze des 7. Hauses klingt für mich nach Feindseligkeit pur… In der Individual-Astrologie wahrscheinlich ein Rosenkrieg der Luxusklasse…

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