Vortrag 2. März 2020

Der Mars  

Vor 10 Tagen traf Mars im Steinbock auf den laufenden Südknoten, das ist sowohl im Geburtshoroskop als auch im Transitgeschehen eine interessante Konstellation. Planeten auf dem Südknoten bedeuten in der erlösten Form Talent oder kosmische Fülle, traumwandlerisch erreicht man sein Ziel. In der unerlösten Ausprägung wiederholt man Themen in Bezug auf die Planetenenergie. Kosmische Fülle im Fall des erlösten Mars zeigt sich als Durchsetzungsvermögen, Mut, Tatkraft, Willensstärke, Kampf- und Pioniergeist. Im Unerlösten kann der Mars sich nicht unabhängig machen, wenn er ein Trennungstrauma hat. Mars repräsentiert den Neuanfang, d.h. er muss sich von etwas Altem trennen, bevor er mutterseelenallein in das Neue geworfen wird. Um die Wut über dieses Alleingelassensein zu bewältigen, baut er sich eine Überlebensstrategie, die ihm hilft, die Kontrolle zu behalten: „Das passiert mir nie wieder!“ ist ein beliebtes Mars-Motto, wenn auch von begrenzter Wirksamkeit. Über Ebbe und Flut kann er ja nicht bestimmen. Außerdem ist Mars im emotionalen Paradoxon unterwegs: nicht mit dir und nicht ohne dich. Das sorgt für emotionale Unsicherheit. Mars lernt durch Versuch, Irrtum und Wiederholung. 

Dieser Mars prägt den Monat März durch seine Stimulation der Gemengelage im Steinbock. Er trifft dort auf Jupiter und Pluto. Bekanntlich hält sich Pluto seit 2008 im Steinbock auf und hat über die Jahre das Systemkorsett immer enger geschnürt. Das Entwicklungsziel ist aber Krebs – Pluto ist in den Steinbock gegangen mit dem Ziel, bestehende Strukturen von Hierarchien und Obrigkeit zu wandeln und das Mond/Krebs-Element wieder ins Leben zu holen. Tiefster Punkt der Sicherheit von Pluto ist jedoch das Festhalten am Etablierten – das machte er zehn Jahre lang und schredderte dabei den Krebs: Das Volk wurde gespalten, Gemeinschaften und Zusammenhalt sind erodiert, Familienstrukturen, kulturelle und persönliche Identitäten befinden sich in Unklarheit und Auflösung. 

Pluto hat mit Widerständen zu tun, die sich zu einer enormen Kraft aufbauen, wenn der anstehende Wandel nicht vollzogen wird. Es kommt dann zum sogenannten Kataklysmus. In diesem Fall gilt: Je weniger die evolutionären Hausaufgaben gemacht wurden, desto heftiger fällt das kataklysmische Ereignis nach dem Pluto-Prinzip „stirb und werde“ aus. Der Pluto-Steinbock-Impuls beabsichtigte eine Rückkehr zur natürlichen Gesetzmäßigkeit in der Besinnung auf die wahre Identität des Menschen auf der Erde. Dieser Aspekt bezieht sich auf unseren Geist mit Bewusstheit der Erde zu dienen. 

Seitens der etablierten Machtstrukturen (Pluto Steinbock) wurde jedoch versucht mit Hilfe des Jupiter ein Weltbild zu manifestieren, das den Strukturerhalt garantiert. Diese festhaltende Kraft steht im Gegensatz zum evolutionär notwendigen Impuls des Wandels. Der Mars Transit durch den Steinbock erscheint jetzt als schicksalhafte Koinzidenz in der bisher festgefahrenen Gemengelage, denn Schnellläufer haben die Eigenschaft die Energie einer Gesamtsituation frei zu setzen. Der Mars fungiert hier wie eine Lunte, die das Stagnierende in Brand setzt und so einen Handlungsimpuls gibt. 

Was macht Mars nun im Steinbock? Mit der Konjunktion Südknoten kommen uralte Themen in die Gegenwart. Mars ist der Krieger, so ist es eine Koinzidenz, dass in diesem Zusammenhang die alliierten Streitkräfte in Form von - Defender Europe 2020 - hier anlandeten. Wie sehr für Deutschland die Vergangenheit hier aktiviert wird, siehe Südknoten, zeigt das Logo der Operation. Es ist das Flammenschwert des Michael. Dieses Logo wurde vor 75 Jahren in Deutschland, vom Obersten Hauptquartier der Alliierten Expeditionsstreitkräfte, auch verwandt. Aus der astrologischen Perspektive ist es demnach nicht unwahrscheinlich, dass diese Intervention zu einem strukturellen Wandel unseres Kollektivs führen wird. Themen, die durch den Südknoten aufgegriffen werden stellen jeweils etwas Unerlöstes dar, die hier im Sinne des Mars einem Neuanfang bedürfen. Da Mars für die Selbstbestimmung und Steinbock für die Selbstverantwortung stehen, mag es um nichts Geringeres, als um unsere Souveränität gehen.

Grundsätzlich liegt in der Wirkweise von Mars eine unfokussierte Kraft, die, durch die ihr innewohnenden Paradoxie, Verwirrung stiftet. Ein unreflektierter Befreiungsschlag kann so auch immer zu mehr Abhängigkeit führen. Dies gilt es dieser Tage vor allen Dingen persönlich zu berücksichtigen, was zum Steinbock Thema der Verantwortung in Bezug auf die eigenen Taten führt.

Unsere Aufgabe 

Unsere Aufgabe liegt also jetzt in der Bewusstwerdung, was die Themen Schuld und Schuldgefühle, im Hinblick auf die Selbstverantwortung in uns, verursachen. Der Steinbockarchetyp ist geradezu aufgeladen mit Be- und Verurteilungen. Durch die Polarität des Steinbock Gesetzt befinden wir uns in diesem Rahmen in „richtig“ oder „falsch“, und „gut“ oder „böse“. Auf diesen Kriterien aufbauend folgen Konsequenzen und all zu oft Bestrafung.

Dem zur Folge steht Steinbock für die reale Schuld, man hat etwas Falsches getan oder eine Leistung nicht erbracht oder konnte einer Verantwortung nicht gerecht werden. Das ist zu unterscheiden von der eingeredeten Schuld der Jungfrau: Die entsteht durch frühkindliche Prägung, wenn es da an emotionaler Wärme mangelte, führte das zum subjektiven Empfinden, dass irgendwas an einem selbst nicht richtig sein kann, sonst hätte es doch genug emotionale Fürsorge gegeben – „meine Schuld“. 

Dieses Erdtrigon von Steinbock-Jungfrau schwingt jetzt sehr stark und greift schicksalhaft ineinander. Befinden wir uns im kritischen Modus der eingeredeten Schuld, wirkt das Steinbock Urteil fast schon vernichtend. Ein kleiner „Fehler“ kann in einer solchen Situation zutiefst verunsichern. Die vorherrschende Mars Energie kann uns jetzt aus dem Schuldsumpf befreien. Die Botschaft lautet: Wir sind nicht falsch! Ein System, das Lebendigkeit und Empathie, sowie emotionale Ehrlichkeit und seelische Verbundenheit ausklammert, gibt denjenigen, die sich „treu“ bleiben ein Gefühl von „falsch“. Das entspricht aber nicht den Tatsachen, denn aus Sicht der natürlichen Hierarchien ist es unsere Aufgabe, in Verbundenheit, uns selbst gewiss zu werden.

Die Gewissheit „richtig“ zu sein befreit (Mars) uns aus dem Bewertungskreislauf und aus der Angst, etwas falsch zu machen. 

Das ist die wirkende Befreiungskraft, die jahrelang steckengeblieben ist und jetzt einen gehörigen Schub vom Mars bekommt. 2023 geht Pluto in den Wassermann, jetzt muss die Energie von Pluto Steinbock allmählich freigesetzt werden. Eine wichtige Erkenntnis für das Verlassen des Schuldkomplex in Bezug auf die Vergangenheit und die selbst geschnitzte Minderwertigkeit ist, dass es gegenwärtig zumeist die äußeren Strukturen (unerlöste Steinbockinhalte) sind, die diese Gefühle der Unzulänglichkeit auslösen. Man kommt an einen Arbeitsplatz, wo Meinungspflicht herrscht, oder man wird mit Entscheidungen konfrontiert, die sehr weit weg vom Naturgesetzlichen liegen, was ggf. noch von der Mehrheit vertreten wird – da muss man sich nicht zwingend falsch fühlen, sondern eher lebendig, man kann noch fühlen und im Stier-Sinn die eigenen Herzenswerte wahrnehmen. 

Wie viel Anpassung an gegebene Bedingungen ist nötig und an welchem Punkt wird sie zu groß, wenn sie z.B. zur Selbstverleugnung führt? Über den Stier, in dem sich Uranus – auch ein Befreiungsagent – gerade aufhält, können wir uns jetzt orientieren. Wenn wir uns nicht mehr falsch fühlen, machen wir keine Fehler mehr, sondern nur noch Erfahrungen, aus denen gelernt werden kann. Nicht alles muss eine Sternstunde sein, es ist ok! Dafür können wir die Verantwortung übernehmen, weil Fehler dann nicht mehr vernichtend wirken. So gelangen wir wieder zu unserer (Stier-) Würde und können auf beiden Ebenen frei sein, auf der von Mars im Steinbock (selbstverantwortliches Handeln) und der von Uranus im Stier (Verbundenheit mit geistigen Werten). 

Das kurze Fazit 

Mars geht bis 31. März durch Steinbock, wechselt dann in den Wassermann. Es geht um Dezentrales, Regionales, Gemeinschaft, Identität. Verschiedene Haltungen oder Einstellungen können – wenn authentisch – problemfrei gelebt oder vertreten werden, es muss nicht jeder Andersdenkende ideologisch missioniert, auf Linie gebracht oder ausgegrenzt werden. Die emotionale Sicherheit ist sehr fragil, wenn man sich im „Falschsein“ befindet. Dann will man Abweichler überzeugen und braucht eine Waage-Gruppe, die sich einredet, „wir sind die Guten“. Wenn jemand aggressiv reagiert, tut er das meistens aus Unsicherheit, weil es ihm an Argumenten mangelt. Bleiben wir also ehrlich unseren Werten treu und stärken unsere emotionale Sicherheit.

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